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2. Juli bis 2. Oktober 2011

Nichts als die nAKTE Wahrheit. Von Marion Wilkening und Dieter Schmidt

Artist Statement

Nichts als die nAKTE Wahrheit. Von Marion Wilkening und Dieter Schmidt Nackte Räume im mittelalterlichen Hexenturm - das Projekt entstand im 400 Jahre alten Gefängnis in Freising, bei spärlichem Licht, zwischen jahrhunderte altem Staub und Spinnweben. Verschweigen und verhüllen die meterdicken Mauern, was sich dort abspielte, was uns die schriftlichen Dokumente der Hexenprozesse preisgeben.
Sollten die Insassen vor den bösen Blicken der Außenwelt geschützt werden oder sollten die peinlichen Verhöre und (Miß)Handlungen nicht nach außen dringen?

Aus den Protokollen der Hexenprozesse geht hervor, dass Insassen am ganzen Körper zu rasieren und auf Hexenzeichen zu untersuchen seien. Folter mittels Daumenschrauben u.ä. Werkzeugen waren an der Tagesordnung.
Mit meinen Fotografien möchte ich daran erinnern, dass manche/r Insasse/In

  • nackt der Obrigkeit ausgeliefert zu sein schien
  • die Flucht aus der Beengtheit der Zelle eines restriktiven und rigiden Strafvollzuges nur transzendental als luzider Tagtraum gelang
  • als Zeichen der Unschuld die weiße Kopfbedeckung
  • Von Folterungen ist in den Fotografien nichts zusehen.
Der ästhetische, weibliche Akt erhebt sich quasi als Kontrapunkt aus einem kriminellen Umfeld und will mit seiner Schönheit in den kargen, kalten Mauern des Gefängnisses, in dem nichts ist als ein Lichtstrahl, der durch das kleine Kerkerfenster dringt, den Blick auf die Frage lenken, was hat diese schöne Frau hier verloren und erinnert daran, dass Einrichtungen des Strafvollzuges immer auch Mahnmale für gesellschaftliches Versagen sind.

Die Realisierung als zart kolorierte digitale Schwarzweiss-Aufnahmen auf Fine Art Papieren unterstreicht den Charakter der tristen Räumlichkeiten und lässt durch den Hauch von Farbigkeit die ebenso zarte Perspektive für eine bessere Zukunft zu.

Neben den Fotografien werden Metallobjekte von Dieter Schmidt gezeigt. Die Metallakte sehen „sich“ in einer Zeit, in der der „Prozess“ schon vorbei ist, in der das Objekt frei ist von Raum und Zeit, wo es nichts zu verlieren gibt, wo es keine Scham und nur einen Vogelsang zu hören gibt. Alles reduziert sich auf den schwarzen Hintergrund (Schatten) und das strahlende Edelstahl, die auch als zwei Welten gesehen werden können.

Marion Wilkening, Dieter Schmidt, Juli 2010

Eintritt frei

Öffnungszeiten:
Di-Do und Sa-So 13.00-18.00 Uhr
Montag und Freitag geschlossen!
In der Johanniterscheune des Kriminalmuseums, Burggasse 3

 

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